Was Untertitel und Transkripte leisten

Untertitel machen Videos für Menschen verständlich, die nicht oder schlecht hören, Transkripte machen es Audio. Dazu gehört, dass nichts von selbst mit Ton losspielt.

So funktioniert es

Ein Video erzählt über Bild und Ton. Wer nicht hört, braucht den Ton als Text, wer nicht sieht, die wichtigen Bildinhalte als Sprache oder Text. Dafür gibt es drei Werkzeuge:

  • Untertitel zeigen Gesprochenes und wichtige Geräusche („[Telefon klingelt]“) synchron im Bild. Sie helfen auch allen, die ohne Ton schauen, etwa unterwegs.
  • Transkripte geben den Inhalt eines Podcasts oder Videos als Text auf der Seite wieder. Suchmaschinen können sie lesen.
  • Audiodeskription beschreibt Bildinhalte, die man nicht aus dem Ton erfährt.

Im HTML hängt eine Untertitel-Datei im Format WebVTT als track am Video:

<video controls>
  <source src="anmeldung.mp4" type="video/mp4">
  <track kind="captions" src="anmeldung.de.vtt" srclang="de" label="Deutsch">
</video>

Die Datei selbst ist einfacher Text mit Zeitmarken:

WEBVTT

00:00:01.000 --> 00:00:04.000
Willkommen! In zwei Minuten zeigen wir dir die Anmeldung.

WCAG 2.2 verlangt Untertitel für aufgezeichnete Videos (Kriterium 1.2.2), ein Transkript oder eine Alternative für reines Audio (1.2.1) und eine Möglichkeit, Ton anzuhalten, der von selbst länger als drei Sekunden spielt (1.4.2).

Worauf es ankommt

  • Eine Untertitel-Spur. kind="captions" (mit Geräuschen) oder kind="subtitles" (nur Gesprochenes) am video-Element. Ins Bild gebrannte Untertitel helfen auch, lassen sich aber weder abschalten noch automatisch erkennen.
  • Geprüfte Texte. Automatisch erzeugte Untertitel sind ein Anfang; Namen, Fachbegriffe und Zahlen gehen dabei oft schief. Lies sie gegen.
  • Kein Ton von selbst. Ein Video oder Audio mit autoplay braucht muted. Sonst übertönt es den Screenreader, und wer ihn nutzt, findet den Stopp-Knopf kaum.
  • Bedienelemente. Mit controls bekommt das Video die Steuerung des Browsers, die per Tastatur funktioniert.

So richtest du es ein

Bei Videos auf YouTube oder Vimeo lädst du die Untertitel dort hoch oder korrigierst die automatischen; sie erscheinen dann auch in der Einbettung. Diese Videos stecken in einem iframe, und der Test sieht ihre Untertitel nicht. Selbst gehostete Videos bekommen die VTT-Datei über den Video-Block deines CMS, in WordPress als Text-Spur des Video-Blocks, oder direkt im HTML. Ein Transkript stellst du als Text unter das Video oder die Podcast-Folge.

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