Was ein gutes Zertifikat ausmacht
Ein TLS-Zertifikat muss mehr als gültig sein: rechtzeitig erneuert, mit ausreichend langem Schlüssel und vollständiger Kette, mit Nachweisen aus Certificate Transparency und abgesichert durch einen CAA-Eintrag.
So funktioniert es
Das Zertifikat bestätigt dem Browser, dass der Schlüssel des Servers zu deinem Domainnamen gehört. Ausgestellt hat es eine Zertifizierungsstelle; der Server schickt es zusammen mit einem oder mehreren Zwischenzertifikaten, die den Weg zu einer Stelle zeigen, der der Browser vertraut.
Jedes öffentliche Zertifikat wird in Certificate-Transparency-Logs eingetragen, öffentliche Verzeichnisse aller ausgestellten Zertifikate. Die Nachweise darüber (SCTs) stecken im Zertifikat; Chrome und Safari verlangen sie. So fällt auf, wenn jemand ein Zertifikat für deine Domain bekommt, das du nicht bestellt hast.
Ob ein Zertifikat vorzeitig gesperrt wurde, erfahren Browser über Sperrlisten oder OCSP. Nennt das Zertifikat einen OCSP-Server, kann dein Server dessen Antwort gleich mitschicken (OCSP-Stapling). Let’s Encrypt stellt seit 2025 Zertifikate ohne OCSP aus; dann gibt es nichts anzuheften.
Ein CAA-Eintrag im DNS legt fest, welche Zertifizierungsstellen überhaupt Zertifikate für deine Domain ausstellen dürfen. Alle anderen müssen ablehnen.
Worauf es ankommt
- Automatisch erneuern. Zertifikate gelten seit März 2026 höchstens 200 Tage, ab 2027 nur noch 100, ab 2029 nur 47. Von Hand geht das nicht mehr gut; ein ACME-Client wie Certbot oder die Verwaltung deines Hosters erneuert rechtzeitig.
- Ausreichend langer Schlüssel. RSA mit mindestens 2048 Bit oder ECDSA mit P-256. ECDSA ist kürzer und schneller.
- Vollständige Kette in der richtigen Reihenfolge. Erst dein Zertifikat, dann die Zwischenzertifikate. Bei Let’s Encrypt ist das die Datei
fullchain.pem. - Keine SHA-1-Signaturen. Browser lehnen sie ab; heutige Zertifikate nutzen SHA-256 oder mehr.
- CAA-Eintrag für deine Stelle. Er verhindert, dass eine andere Stelle auf eine gefälschte Anfrage hin ausstellt. Wechselst du die Stelle, pass den Eintrag vorher an, sonst scheitert die Erneuerung.
- OCSP-Stapling, wo es OCSP gibt. Nennt dein Zertifikat einen OCSP-Server, schalte Stapling ein. „Must-Staple“ im Zertifikat nur, wenn das Stapling zuverlässig läuft; sonst verweigert Firefox die Verbindung.
So richtest du es ein
Der CAA-Eintrag gehört in die DNS-Zone der Domain; er gilt auch für alle Subdomains ohne eigenen Eintrag. Die zweite Zeile nennt eine Adresse, an die Zertifizierungsstellen abgelehnte Anfragen melden.
example.com. CAA 0 issue "letsencrypt.org"
example.com. CAA 0 iodef "mailto:security@example.com"
Im Webserver gehören die vollständige Kette und, wenn das Zertifikat einen OCSP-Server nennt, das Stapling in die Konfiguration.
Bei Apache braucht das Stapling zusätzlich SSLStaplingCache "shmcb:logs/ssl_stapling(32768)" außerhalb des VirtualHost. Nennt das Zertifikat keinen OCSP-Server, lass die Stapling-Zeilen weg.